Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Kung Fu als Lebensweg Die Thammavong-Schule in Neustrelitz Von Anja Röbekamp Schon zu DDR-Zeiten hat Andreas Kühne Kung Fu trainiert. In Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern, war das nur heimlich möglich, denn Kung Fu war in der DDR nicht erlaubt. Offiziell gab es nur die olympischen Kampfsportarten Judo und Boxen. Auch für seine Lehrmeister, Forstwirtschaftslehrlinge aus Laos, war das heimliche Training nicht ungefährlich. Trotzdem haben beide Seiten daran festgehalten und voneinander gelernt. 1990 schien dann alles möglich: Kühne ging nach dem Abitur nicht an die Universität, um zu studieren, sondern machte sich mit einem Zentrum für Kung Fu und klassische chinesische Medizin in Neustrelitz selbstständig. Heute hat er schon zwei Dependancen, eine in Rostock, eine in Brighton, England. Die Thammavong-Schule ist ein Erfolgsmodell geworden.

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Als ich im Sterben lag(1/3) Nach dem gleichnamigen Roman von William Faulkner Aus dem Amerikanischen von Maria Carlsson Mit: Sophie Rois, Sylvester Groth, Katleen Morgeneyer, Tom Schilling, Robert Dölle, Patrick Güldenberg, Jordi-Leon Sun, Sybille Canonica, Werner Wölbern, Lambert Hamel, Ulrich Matthes, Robert Gallinowski u. v. a. Hörspielbearbeitung und Regie: Walter Adler (Produktion: SWR 2019) Vier Tage nach ihrem Tod, die Bussarde kreisen schon, wird Addie Bundren von ihren Hinterbliebenen in die entfernte Stadt Jefferson gebracht. Dort wollte sie beigesetzt werden. Doch auf dem Weg gerät der Leichenzug in üble Schwierigkeiten, und Fuhrwerk und Sarg gehen beinahe verloren. Im Hörspiel kommen Addies Angehörige zu Wort, aber auch Freunde und Nachbarn, Arzt und Pastor. Sogar die Verstorbene selbst erhebt die Stimme - bis am Ende dieser tragikomischen letzten Reise die wahren Familienzusammenhänge offenliegen. (Teil 2, Donnerstag, 13. Mai; Teil 3, Sonntag, 16. Mai, jeweils 18.20 Uhr)

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Ihre Geister sehen Hörspiel und Kunstfilm nach dem Projekt "Seeing her Ghosts" von Kirsten Becken Hörspieltext von Rabea Edel Hörspielregie: Judith Lorentz Mit: Sandra Hüller, Ruth Reinecke, Svenja Liesau, Rubi Lorentz Komposition: Moritz Bossmann und Sandro Tajouri Ton und Technik: Martin Eichberg, Susanne Beyer Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021 Länge: 55" (Ursendung) Ein eindringlicher Monolog sowie ein kunstvoller Film in der Hauptrolle mit Sandra Hüller über Trauma, Familiengeheimnisse und den Umgang mit Psychosen. Wie lassen sich für das Unaussprechliche die richtigen Worte finden? Wie fühlt es sich an, wenn man mit der Welt nicht mehr zurecht kommt? Das audio-visuelle Projekt "Ihre Geister sehen" erzählt von der seelischen Erkrankung Annas. Im Hörspiel wie auch im Kunstfilm erzählt sie von Stimmen in ihrem Kopf, von Medikamenten. Sie erinnert sich an die Worte ihrer Mutter, die Geburt der Tochter, an die Liebe zu ihrem Mann und an zunächst verborgen Gebliebenes. Mutig, offen und zärtlich spricht Anna von einem Trauma und sie zeigt, wie nah und wie fremd zugleich die Welt und die eigene Familie sein können. Auszüge aus dem Hörspiel: "Ich bin ganz ruhig. Die Autos unter mir, ein endloses Band. Über mir nur der Himmel. Kein Baum weit und breit. Nur Beton. Niemand kann mich hören. Hier bin nur ich, barfuß auf dem Beton, niemand will mich hören. Ich spucke hinunter. Ich schreie, so laut ich kann. Lauter. Und lauter. Im Tal ziehen die Wolkenschatten vorüber. Ich bin nicht defekt." "Die Gravitation eines Schwarzen Loches ist so stark, dass nichts nach außen gelangen kann. Kein Lichtsignal. Nichts. Die Zeit ist verformt. Der Ereignishorizont verschiebt sich. Materie kann hineinfallen (ein Mensch, ein Stern, eine ganze Welt, ein Astronaut, zu laute Gedanken, zu leise Gedanken, Wünsche, die nie ausgesprochen werden, Dinge, von denen niemand wissen darf, Erinnerungen, die Gewissheit des eigenen Selbst, die Wahrheit, Geister, noch mehr Sterne). Eine direkte Beobachtung von schwarzen Löchern gilt als unmöglich. Aber da sitzen wir jetzt, im Garten, meine Tochter und ich, und schauen mitten hinein." Rabea Edel, geb. 1982 in Bremerhaven, Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin. Sie schreibt regelmäßig für Magazine und Zeitungen, arbeitet in Projekten an der Schnittstelle zwischen Kunst, Kulturwirtschaft und Journalismus. Werke u.a. "Das Wasser, in dem wir schlafen" (2006), "Ein dunkler Moment" (2011). Ihre Geister sehen

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Kriminalhörspiel

Niederlage Nach dem Roman "Der Krieg, der Tod, die Pest" Von Doris Gercke Bearbeitung und Regie: Corinne Frottier Mit Hannelore Hoger, Ulrike Grote, Eva Zionitzky, Siemen Rühaak, Gerhard Garbers u.v.a. NDR 1995 Diesmal ist es der Straßenstrich an der Hamburger Süderstraße, in einem Industriegebiet an der Bille, wo Bella Block ihre Recherchen aufnimmt. Eine alte Frau hatte sie darum gebeten. Petra, ihre Enkelin, eine heroinsüchtige Prostituierte, wollte aussteigen aus dem elenden Geschäft. Nun wird sie bedroht. Bella kommt zu spät. Das Mädchen ist tot und die Großmutter verschwunden. Aber sie kommt dem Todesengel auf die Spur, einem von Zuhältern angeheuerten Killer. Und sie trifft Frank Beyer wieder, einst ihr Liebhaber und nun als Einsatzleiter der Sonderkommission "Drogen und Prostitution" auf dem Karrieretrip. Sein übereifriger Einsatz setzt den Schlusspunkt unter eine melancholische Geschichte "die von Anfang an nach Krieg roch, nach Krieg und Tod und Pest". Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 19:00 - 19:03 Uhr Nachrichten, Wetter Kriminalhörspiel

Sonntag 19:00 Uhr Ö1

Das Burgtheater in Ö1

Präsentation: Doris Glaser und Philipp Hauß Das Burgtheater zählt zu den größten und wichtigsten Bühnen Europas. Burgtheaterdirektor Martin Kusej kündigte zu Beginn seiner ersten Spielzeit an, das Burgtheater stärker als internationales Theater positionieren zu wollen. Doch viele seiner Vorhaben konnten aufgrund der Covid-Pandemie nicht gezeigt werden, Premieren mussten verschoben, Produktionen abgesagt werden. Nun endlich wird ab Mitte Mai Theater wieder möglich sein - bis zum Sommer wird das Burgtheater acht Neuinszenierungen präsentieren - an den Spielorten Akademietheater, Kasino und Vestibül. In einer Spezialausgabe des Ö1-Kunstsonntag ist das Burgtheater zu Gast in Ö1. Doris Glaser und Burgschauspieler Philipp Hauß laden zu einem Abend über das (Burg-)Theater. Mit den Schauspielerinnen Elisabeth Orth, Regina Fritsch und Lilith Häßle, den Dramaturgen Sebastian Huber, Andreas Karlaganis und Alexander Kerlin und mit dem Burgtheaterdirektor Martin Kusej, der am 14.Mai seinen 60.Geburtstag feiert. In Beiträgen kommen auch die zu Wort, ohne die Theater nicht möglich ist: die Inspizienten/innen, die Techniker/innen, die Kostüm- und Maskenbildner/innen, die Billeteure, die Souffleusen und - das Publikum.

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Vincent Von Joey Goebel Junger Künstler soll durch Leiden kreativ werden Übersetzung aus dem Amerikanischen: Hans M. Herzog und Matthias Jendis Bearbeitung und Regie: Matthias Kapohl Harlan Eiffler: Michael Hansonis Vincent: Marek Harloff Monica: Susanne Reuter Lipowitz: Hans Peter Hallwachs Sylvain: Bernd Kuschmann Prormps: Martin Armknecht Vincent (7): Luca Kämmer Veronica: Edda Fischer Verleger: Matthias Ponnier Daphne: Pirkko Marie-Luise Cremer Kari: Daniela Bette Neil: Florian Seigerschmidt Medienstimme: Robert Steudtner Produktion: WDR 2008

Sonntag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

52 beste Bücher

«Die Kinder hören Pink Floyd» von Alexander Gorkow In seinem Roman «Die Kinder hören Pink Floyd» beschreibt Alexander Gorkow seine Kindheit in den 70er Jahren. Im Gespräch mit Michael Luisier spricht er über das Leben in einer westdeutschen Vorstadt, die Ängste eines phantasiebegabten Kindes und über die Band, die ihn geprägt hat: Pink Floyd.

Sonntag 20:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Ausbeutung eingepreist Der schwere Weg zu sauberen Lieferketten Von Nico Rau und Linda Staude Kinderarbeit, Ausbeutung, Raubbau - viele Waren in unseren Läden werden unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. Jetzt soll ein Lieferkettengesetz deutsche Unternehmen zu nachhaltiger Produktion weltweit zwingen. Rein ökonomisch macht es Sinn, wenn Unternehmen in anderen Ländern fertigen lassen: Sie produzieren kostengünstig und verkaufen anderswo in der Welt zu teuren Preisen. Allerdings geht die Profitmaximierung häufig auf Kosten der ärmeren Länder. Die Produktion dort ist oft genug nur deshalb kostengünstig, weil Hungerlöhne gezahlt werden, weil es keinen Arbeitsschutz gibt, keine soziale Absicherung, keine Umweltstandards. Das Dok5-Feature zeigt, warum Kobalt aus einsturzgefährdeten Mini-Minen im Kongo in den Batterien unserer E-Autos landet. Wie ein deutscher Smartphone-Hersteller nachhaltig in China produziert. Warum es den Näherinnen in Bangladesch zwar besser geht als noch vor fünf Jahren, aber längst noch nicht gut. Und was passieren müsste, um die Produktionsbedingungen wirklich zu verbessern. Produktion: WDR 2021

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

"Ihre Kinder" Wie eine Nürnberger Band den Deutsch-Rock ins Rollen brachte Von Frieder Käsmann Wiederholung vom Samstag, 8.05 Uhr Für die einen sind sie eine Legende, die anderen wissen gar nichts von ihnen: Eine Nürnberger Band mit dem befremdlichen Namen "Ihre Kinder" war die erste westdeutsche Rock-Gruppe, die deutsche Texte verwendete, lange vor Udo Lindenberg und den Politrockern von "Ton Steine Scherben". Heute ist es kaum mehr vorstellbar, dass die Rockmusik für die deutsche Sprache erst mühsam "erobert" werden musste. Aber bis 1968 gab es keine einzige Band, die deutsch sang! Von einigen wenigen und wenig überzeugenden Ausnahmen (Elvis mit "Muss i denn ...", die Beatles mit "Komm, gib mir deine Hand" und andere) einmal abgesehen, kamen deutsche Texte bis dahin nur im Schlager und in der Volksmusik vor. Die Nürnberger Band brach dieses ungeschriebene Gesetz und schrieb in fünf Jahren und mit fünf LPs deutsche Rockgeschichte. "Ihre Kinder" waren die ersten, waren die Pioniere des Deutsch-Rock. Aber den Ruhm und das Geld ernteten letztendlich andere. Auf den Spuren einer Band, die es nicht verdient hat, vergessen zu werden. BR 2018

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspielpremiere | Briefe aus der Hölle | Von Andreas Weiser

Pavel Polian (Hg.) | Musik & Regie: Andreas Weiser Auschwitz steht für eines der schrecklichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte und ist Teil der fast schon ritualisierten deutschen Erinnerungskultur. Bis heute allerdings kaum wahrgenommen sind schriftliche Quellen, die im Augenblick des Erlebens der erlittenen Hölle entstanden. Nur sechs dieser einzigartigen Zeugnisse haben die Katastrophe überdauert. Es sind Tagebuchaufzeichnungen von Mitgliedern des sogenannten »Sonderkommandos« in den Gaskammern von Auschwitz.

Sonntag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Elise Landschek Der Kontrabass: Wahre Tiefe Er ist schwer, steht wie ein sperriges Möbel immer im Weg, auf ihm spielen zu können, muss man sich erkämpfen, und in einer Band steht er meistens in der zweiten Reihe: der Kontrabass. Dabei bringt der Kontrabass erst Tiefe in viele Stücke. Charles Mingus und Ron Carter, die berühmten Jazz-Bassisten holten den Bass aus der Nische ins Rampenlicht. Wir schauen eine Stunde lang auf den Kontrabass: wie ist er entstanden, welche Bedeutung hat er für den Jazz und welche exotischen Klänge lassen sich ihm entlocken? Die Sendung zum Kontrabass. bis 00:00 Uhr

Sonntag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Musikpassagen

Lebensfreude und Melancholie - Die sizilianische Sängerin Etta Scollo Von Regine Igel Etta Scollo lebt in Catania und Berlin. Mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrem vielseitigen Repertoire hat sie - mit einem Dutzend CDs - ein umfangreiches Werk geschaffen. Neben schmissiger Lebensfreude und politischer Anklage hören wir auch Blues mit Poesie. Sie kreiert raffinierte Kompositionen, wird begleitet von großem und kleinem Orchester oder auch nur vom Cello und von berühmten Sänger*innen.

Samstag Montag